Ludmilla kocielsky

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Für Ludmilla Kocielsky ist Kunst Machtübernahme, Ausdruck der totalen Aneignung und Verformung
innerer und äußerer Umwelten.

Geboren am 16.11.1979 in der schwäbischen Provinz, erlebte Sie in Ihren eigenen Worten den Versuch einer Kreativitätsabtötung unerhörten Ausmaßes.
Wir sind dem Sein zwischen Engstirnigkeit und langweiliger Existenzabstotterung ausgesetzt, bemerkt Ludmilla Kocielsky immer wieder, der Schrei muss als Grundlage der Kunst erkannt werden.

Schon früh zeichnet sich die Affinität zwischen der Kunst von Ludmilla Kocielsky und dem Norweger Edvard Munch ab. Sie gipfelt im Entwurf der Schreimaschine, einer auditiven und visuellen Zumutung.

1999 in die Tat umgesetzt sorgt Ihre Aufstellung in Schwäbisch Gemünd für einen handfesten Skandal, sowie für das Bekanntwerden von Ludmilla Kocielsky über die Grenzen der schwäbischen Kunstwelt hinaus. Kunst als Machtmittel clownesker Existenzialität titelte der Spiegel 2004 über Ludmilla Kocielskys Berliner Ausstellung „Schrei girlie SCHREI !!“ und sprach von den monströsen Visionen einer
Individualanarchistin, die obwohl sie die Lügen der Realität immer wieder in Frage stelle, niemals die essentielle Bedeutung der Lüge für die Kunst negiere.

„Das Problem ist nicht die Lüge, sondern deren
Vergesellschaftung, SO DANCE YOUR FUCKING NAME,“ ist so folgerichtig auch der Titel einer Ballettperfomance, die Ludmilla Kocielsky mit Unterstützung des Institutes für moderne Kunst in
Barcelona 2006 umsetzen konnte. Mit starken Anleihen aus der Ästhetik des japanischen Butho arbeitete
sich Kocielsky hier an Seelenlandschaften ab, die gleichsam in ihrer eigenen Absurdität versinken, als
auch darüber hinausweisen.

Falsch verstanden hat dies wohl die Rudolf Steiner Gesellschaft in
Katalonien, welche sich über die Darstellung über die Geburt des neuen Menschen in der Gestalt einer
Riesenbarbie mit Ameisententakeln so ärgerte, daß Sie alle zur Verfügung gestellten Sänger sofort
abzog.

“Entfaltung bedeutet Infragestellung von Machtstrukturen“, sagte hierzu Ludmilla Kocielsky , „ich
sehe mich als Atavismus, als eine aus dem Schrei geborene Machtübernahme. Ich entwerfe mein Kostüm
und der Auftritt kann beginnen.“
Ab 2014 verlegt Ludmilla Kocielsky ihren Schaffensschwerpunkt ins Internet und sorgt seitdem mit den
sogenannten Schreitrojanern für erhebliches Aufsehen in der Netzgemeinde.

C'est

The contemporary paradigm of our time is an announced revolution that actually never happens. The lone desire of tearing down existing circumstances won’t bring us any further. It was never the revolution who ate it’s own children, the children ate the revolution.

Our refelctions on this condition brought us to the conclusion a conciliation with reality is impossible and further in vain. Our denial of a common reality that denies us can not rely in a devastation but a transcendence by diappropriating its language and grammar to formulate a plot we’d like to live in.